Thema ‘Allgemein’

Stadtspaziergang: Jüdische „Displaced Persons“ im Stuttgarter Westen

Juli 2018

Foto: Robert Tetzlaff

Das DP-Lager in der oberen Reinsburgstraße 1945 – 1949

Der Vormarsch der alliierten Truppen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges brachte in Etappen Häftlingen aus Konzentrationslagern und Zwangsarbeiter/-innen die Freiheit. Viele hatten ihre ehemalige Heimat verloren und waren sogenannte „Displaced Persons“ geworden. Für sie schuf die alliierte Militärverwaltung Lager, in denen diese Holocaust-Überlebenden, die häufig traumatisiert waren, versorgt werden konnten.

Ein solches Lager befand sich u.a. in der oberen Reinsburgstraße in Stuttgart. Unbekannt geblieben ist auch die Geschichte des Auschwitz-Überlebenden Samuel (= Shmuel) Danziger, der einen Tag nach seiner Ankunft in diesem Lager bei einer Razzia von der deutschen Polizei erschossen wurde. Die Gebäude sind bis heute komplett erhalten, doch bis vor kurzem erinnerte nichts an ihre Geschichte. Dies änderte sich am Mittwoch, 11. April 2018 mit der feierlichen Einweihung einer Gedenktafel für den erschossenen Shmuel Danziger. Die Anregung für diese Gedenktafel kam von Teilnehmenden eines Stadtspaziergangs und wurde von uns aufgegriffen. Den Stadtspaziergang führt Robert Tetzlaff.

Susanne Jakubowski, Roland Müller, BM Mayer, BV Möhrle, Ehepaar Tetzlaff
Foto: Thomas Hörner

Termin: Samstag, 21.07.2018, 15 Uhr –  Treffpunkt: VVS-Bushaltestelle Leipziger Platz (stadtauswärts) – Teilnahmegebühr: 10,00 EUR – Dauer:  ca. 2 Stunden – Anmeldung unter Telefon 0711 24 62 38 oder E-Mail: kontakt@buch-plakat.de erbeten, aber nicht zwingend.

Stadtspaziergang: Die Leonhardsvorstadt

Juli 2018

Bereits Ende des 14. Jahrhunderts entstand als erste geplante Stuttgarter Stadterweiterung die Leonhardsvorstadt. Sie ist der einzig erhaltene Rest des mittelalterlichen Stuttgarts und umfasste das heutige Bohnenviertel und das Leonhardsviertel. Beide Quartiere haben heute trotz der gemeinsamen Herkunft einen völlig unterschiedlichen Charakter, der von berüchtigt bis beschaulich/romantisch reicht. Doch gerade diese Mischung hat ihren besonderen Reiz. Die Teilnehmenden erfahren dabei nicht nur etwas über die Vergangenheit des Quartiers, sondern werden auch über eine neue Initiative informiert, die vor allem das Leonhardsviertel lebenswerter machen will.

Haus mit Scheinmalerei

Den Stadtspaziergang leitet Robert Tetzlaff, Veranstalter ist Buch & Plakat.

Termin: Samstag, 07. Juli 2018 – 15 Uhr. Treffpunkt: Vor dem Haupteingang der Leonhardskirche. Dauer: ca. 2 Stunden. Teilnahmegebühr: 10,00 EUR pro Person – Anmeldung erbeten unter 0711 24 62 38 oder kontakt@buch-plakat.de

Für Gruppen kann gerne auch ein Extra-Termin vereinbart werden.

Erinnerungswoche: „Schlaf, Kindlein, schlaf…“

Juni 2018

Am Freitag, 29. Juni 2018 um 19 Uhr  beginnt im neuen Stadtpalais im Herzen von Stuttgart (ehemaliges Wilhelmspalais am Charlottenplatz) mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung die Erinnerungswoche „Schlaf, Kindlein, schlaf…“, die den Opfern der Kinderkrankenmorde in Stuttgart gewidmet ist. Hier dfie Einladung zur Eröffnungsveranstaltung: Einladung Die Schirmherrschaft haben Beate und Serge Klarsfeld übernommen. Träger der Erinnerungswoche sind die Initiatve Stolperstein Stuttgart-Vaihingen, Die AnStifter, Aktion Mensch und Vielfalt. Das Programm der Erinnerungswoche  finden Sie hier: ProgrammBroschuere

Wir beteiligen uns mit einem Büchertisch im Stadtpalais, der in dieser Zeit nachmittags besetzt ist. Am Mittwoch, 04. Juli 2018 um 17 Uhr sind wir mit unserem Vortrag „Nur ein kurzes Leben – kindliche Euthanasieopfer in der Literatur“ dabei (Veranstaltungsort: Stadtpalais).

Wer sich unabhängig von der Veranstaltungswoche informieren möchte, dem empfehlen wir das Buch von Karl-Horst Marquart: „Behandlung emfohlen“. NS-Medizinverbrechen an Kindern und Jugendlichen in Stuttgart. Verlag Peter Grohmann, 17,90 EUR (evt. zuzügl. Versand)

 

Stadtspaziergang: Die Siedlung Ostheim

Juni 2018

Brunnenfigur

Zu den wichtigsten Sozialreformern Stuttgarts gehörte Eduard Pfeiffer (1835 – 1921). Auf seine Initiative hin gründete sich 1866 der „Verein zum Wohl der arbeitenden Klassen“, dessen Vorsitzender er 45 Jahre lang war. Dieser Verein leistete Pionierarbeit u. a. auf dem Gebiet des sozialen Wohnungsbaus. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in Stuttgart die Arbeitersiedlungen Süd-, West- und Ostheim. Die Siedlung Ostheim, an der auch der namhafte Architekt Karl Hengerer beteiligt war, ist bis heute fast völlig erhalten und stellt ein Kleinod im Stuttgarter Osten dar. Durch das Quartier führt Robert Tetzlaff.

Termin: Samstag, 23.06.2018 – Beginn: 15 Uhr

Treffpunkt: Urachplatz (Bushaltestelle Linie 42, stadteinwärts)

Teilnehmergebühr: 10 EUR, Dauer: Ca. 2 Stunden.

Veranstalter: Buch & Plakat – Anmeldung erbeten unter 0711 24 62 38 oder kontakt@buch-plakat.de

Stadtspaziergang: Die Villa Berg und ihr Park

Mai 2018

Die Villa Berg ist eine ehemalige Landhaus-Villa, die 1845-1853 von Christian F. von Leins für das württembergische Kronprinzenpaar Karl und Olga im Stil der italienischen Hochrenaissance erbaut wurde. Sie diente dem späteren Königspaar als Sommerresidenz. Später diente sie als Witwensitz für Herzogin Wera und im Ersten Weltkrieg wurde sie zum Lazarett umfunktioniert.

Im Park findet man heute viele Zeugnisse vergangener Zeiten bis hin zu den ehemaligen Fernsehstudios des SWR.

Um die Wiederbelebung der Villa Berg machte sich die Initiative „Occupy Villa Berg“ verdient, die dafür sorgte, dass die Villa nicht von privaten Investoren gekauft wurde, sondern von der Stadt Stuttgart, die in einem scheinbar breiten Beteiligungsprozess über die Zukunft der Villa entschied.  Nun haben die Restaurierungsarbeiten begonnen und in hoffentlich vier Jahren soll die Villa Berg auch innen wieder zugänglich sein, auch wenn das ursprüngliche Interieur zu Gunsten des Eiermann-Sendesaals nicht wieder hergestellt wird.

Robert Tetzlaff infromiert im Rahmen dieses Spaziergangs über die wechselvolle Geschichte des Bauwerks und seines Parks, die bis heute andauert.

Veranstalter: Buch & Plakat, Termin: Samstag, 09.06.2018, Beginn: 15 Uhr, Treffpunkt: Haltestelle „Bergfriedhof“ (Stadtbahnlinie U 4 oder U9, stadtauswärts) ), Teilnehmerbeitrag: 10 EUR/Person (zahlbar vor Ort), Anmeldung erbeten unter 0711 246238 oder kontakt@buch-plakat.de , aber nicht zwingend.

                       Villa Berg

Stadtspaziergang: Das Bohnenviertel – ein Quartier zwischen Idylle und Großstadt

Mai 2018

Das Bohnenviertel – zwischen Charlottenplatz und Leonhardsplatz im Herzen von Stuttgart gelegen – ist der einzig erhaltene Teil der historischen Stuttgarter Altstadt. Obwohl mitten in der Stadt gelegen, findet man hier lauschige Hinterhöfe, urige Kneipen, Beschaulichkeit und Ruhe.

Doch der Schein trügt: viele Leute im Quartier haben nur ein geringes Einkommen und die Prostitution aus dem benachbarten Leonhardsviertel macht auch vor dem Bohnenviertel nicht Halt. Hinzu kommen städtebauliche Sünden, aber auch Versuche, dem entgegen zu steuern.

Die Führung zeigt die verschiedenen Facetten des Viertels auf. Bitte denken Sie an bequeme Schuhe, da es über Kopfsteinpflaster geht. Stadtführer ist Robert Tetzlaff

Termin: Samstag, 26.05.2018, 15 Uhr. Treffpunkt: Planie, vor dem Eingang der IFA-Galerie (bei der Haltestelle Charlottenplatz). Dauer: ca. 2 Stunden. Teilnahmegebühr: 10,00 EUR pro Person (vor Ort zahlbar)

Anmeldung erbeten unter 0711 24 62 38 oder kontakt@buch-plakat.de, aber nicht zwingend.

Für Gruppen kann gerne auch ein Extra-Termin vereinbart werden.

Hier ein Blick auf  verschiedene Facetten des Bohnenviertels:

Bistro Brenner (Brennerstraße)

Blick auf die Leonhardskirche

Weinstube Stetter

 

10. Mai 2018 – 85. Jahrestag der Bücherverbrennung

April 2018

Am 10. Mai 1933 fand im Rahmen der Aktion „Wider den undeutschen Geist“ auf dem Opernplatz in Berlin eine massenhafte Verbrennung von Büchern statt, deren Inhalt und/oder deren Autoren/-innen wegen ihrer Abstammung von dem neuen Regime geächtet wurden. Viele dieser Schriftsteller/-innen mussten Deutschland verlassen, um überleben zu können.

Auch nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde viele von ihnen nicht „wiederentdeckt“ und sind bis heute fast vergessen. Dies gilt z. B. für Gina Kaus und Hans Sahl ebenso wie für Walter Mehring. Und natürlich gilt das auch für viele andere!

Das Verbrennen missliebiger Bücher ist auch heute noch eine gerne benützte Waffe nicht nur in Diktaturen oder Scheindemokratien. Eine Bücherverbrennung ist immer ein Zeichen von Intoleranz und letztlich auch Schwäche. Oft dient die Verbrennung von Büchern als Vorspiel für die Verfolgung von Autoren/-innen. Davon können aktuell nicht nur Schriftsteller/-innen in der Türkei ein Lied singen.

Wir können heute nicht sagen: Wehret den Anfängen! Dafür ist es heute bereits zu spät, bei uns und anderswo. Jetzt ist ein energisches STOPP

c: panthermedia.net/nito500

angesagt!

Stadtspaziergang: Der Hoppenlau-Friedhof

April 2018

c: Robert Tetzlaff

Der Hoppenlau-Friedhof direkt in der Stadtmitte zählt zu den schönsten und interessantesten Friedhöfen in Stuttgart. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie z. B. der Dichter Gustav Schwab oder die Scherenschneiderin Luise Duttenhofer haben dort ihre letzte Ruhe gefunden. Weniger bekannt ist, dass auch ein Israelitischer Friedhofsteil dazu gehört. Hier wird auch ein Stück Geschichte der Begräbniskultur und des württembergischen Kulturlebens lebendig. Die Führung leitet Robert Tetzlaff, Veranstalter ist Buch & Plakat.

Treffpunkt: 15 Uhr beim Eingang zum Friedhof vor dem Max-Kade-Haus, Holzgartenstraße, 70174 Stuttgart (Haltestelle Liederhalle). Teilnahmegebühr: 10,00 EUR. Männer bitte Kopfbedeckung mitbringen!Anmeldung erbeten (aber nicht zwingend) unter 0711 24 62 38 oder kontakt@buch-plakat.de

Für Gruppen kann auch ein Extra-Termin vereinbart werden.

 

“Dies Lied ist geschrieben mit Blut, nicht Blei” – zum 75. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto

April 2018

Ghetto-Denkmal, Ostseite

Im April 2018 jährt sich zum 75. Mal der Beginn des Aufstands im Warschauer Ghetto. Leider haben vor allem die Bilder der Täter unsere Sicht der Wahrnehmung des Warschauer Ghettos und der dortigen Ereignisse geprägt.

Mit dieser Veranstaltung wird der mutige Kampf der Menschen im Warschauer Ghetto gegen die brutalen deutschen Besatzer in den Mittelpunkt gerückt und mit Zeitzeugenberichten und literarischen Texten (Gedichte und Prosa) kommen die Opfer und ihre Sicht zu Wort. Das Wort Primo Levis „Es ist geschehen, also kann es wieder geschehen“ soll als Mahnung dienen und den Blick für die Gegenwart schärfen.

Mit Barbara Stoll als Sprecherin und musikalischer Umrahmung durch Jerry Willingham. Textzusammenstellung: Monika Lange-Tetzlaff unter Mitarbeit von Robert Tetzlaff.

Diese Veranstaltung wird vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert. 

Veranstalter: Buch & Plakat Antiquariat und Agentur für Lesefreude, Kultur und Stadtgeschichte, Werastr. 49, 70190 Stuttgart

Termin: Samstag, 21.04.2018, 15 Uhr – Ort: Weinstube „Basta“, Wagnerstr. 39, 70182 Stuttgart-Mitte (Bohnenviertel)

Eintritt frei (evt. Verzehr im „Basta“ muss selbst getragen werden). Anmeldung erbeten, aber nicht zwingend unter 0711 24 62 38 oder kontakt@buch-plakat.de

Jüdische „Displaced Persons“ im Stuttgarter Westen: Das DP-Lager in der oberen Reinsburgstraße 1945 – 1949 – ein Stadtspaziergang

April 2018

Der Vormarsch der alliierten Truppen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges brachte in Etappen Häftlingen aus Konzentrationslagern und Zwangsarbeiter/-innen die Freiheit. Viele hatten ihre ehemalige Heimat verloren und waren sogenannte „Displaced Persons“ geworden. Für sie schuf die alliierte Militärverwaltung Lager, in denen diese Holocaust-Überlebenden, die häufig traumatisiert waren, versorgt werden konnten.

Ein solches Lager befand sich u.a. in der oberen Reinsburgstraße in Stuttgart, was heute nu rnoch Personen wissen, die diese Zeit vor Ort miterlebt haben. Unbekannt geblieben ist auch die Geschichte des Auschwitz-Überlebenden Samuel (= Shmuel) Danziger, der einen Tag nach seiner Ankunft in diesem Lager bei einer Razzia von der deutschen Polizei erschossen wurde. Die Gebäude sind bis heute komplett erhalten, doch bis vor kurzem erinnerte nichts an ihre Geschichte. Dies ändert sich am Mittwoch, 11. April 2018, 17 Uhr mit der Einweihung einer Gedenktafel in der Grünanlage an der Ecke Reinsburgstraße/Rotenwaldstraße durch die Stadt Stuttgart .

Der Stadtspaziergang mit Robert Tetzlaff führt durch die Straßen des ehenmaligen Lagers im Stuttgarter Westen und erzählt seine Geschichte.

Termin: Samstag, 14.04.2018, 15 Uhr – Treffpunkt: VVS-Bushaltestelle Leipziger Platz (stadtauswärts) –  Teilnahmegebühr: 10,00 EUR/Person – Dauer: ca. 2 Stunden – Anmeldung erbeten, aber nicht zwingen unter Tel. 0711 24 62 38 oder kontakt@buch-plakat.de