Johann Peter Hebel (1760 – 1826)

ist der wohl bekannteste alemannische Dichter. Seine „Alemannischen Gedichte“ und seine „Kalendergeschichten“ erfreuen sich noch heute großer Beliebtheit. Eine seiner  Erzählungen, nämlich „Der fromme Rat“ riefen auch die Zensur auf den Plan. Man witterte eine Verunglimpfung des katholischen Glaubens.

Doch die meisten Erzählungen erfreuten sich großer Beliebtheit wie z. B. „Kannitverstan“ oder die Geschichten vom Zundelfrieder. 

Hebel war nicht nur bei seinen Zeitgenossen wie z. B. Goethe ein anerkannter Dichter, sondern auch moderne Schriftsteller wie Elias Canetti schätzten ihn. 

Er war ein guter Beobachter der menschlichen Schwächen, aber auch der Natur. In „Allgemeine Betrachtungen über das Weltgebäude“ befasste er sich mit den Gestirnen. Als Pädagoge gab er seinen Leser/-innen auch manche Rechenaufgabe zu knacken oder gab ein Rätsel auf. Hier  ein Beispiel: 

Rätsel

 Das erste blinkt im weißen Schein

Gar schön und rein;

Es wird aus vieler Berge Nacht

Ans Licht gebracht,

Und hat schon manchen reich gemacht;

Aus Deutschland zog’s als großes Los

Der Herr Franzos.

 Das andre ward vom ersten Erdensohne

Und seinem Weib in Edens Siedelei

Nur still begangen, zweifelsohne,

Denn kein Herr Pfarrer war dabei;

Seitdem ist’s in der Welt bekannt.

Das Mädchen wird nach ihm nicht wie zuvor genannt;

Und manchen Mann

Kam Reue an,

Weil er zu schnell den Schritt getan.

Wie wird’s nun um das Ganze stehn?

Ihr werdet in die Kirche gehen,

Um einen seltenen Akt zu sehn.

O nein! Gehört nur kann es werden,

In wenig Kirchen auf der Erden.

In Gottes höchstem Tempel steht’s,

Und über schroffe Felsen geht’s

Es donnert wie der jüngste Tag,

Schlag auf Schlag.

Viel Spaß beim Raten!

Hebels feinsinnige Sprache, mit der wir uns heute manchmal schwer tun, ist oft mit gutmütigem Spott gepaart, der auch den Menschen des 21. Jahrhunderts den Spiegel vorhält. Wer selbst etwas von Johann Peter Hebel lesen will, findet bei uns das passende Buch. Z. B.

Hebel, Johann Peter: Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes. Ein Werk in seiner Zeit. Mit Bilddokumenten, Quellen, historischem Kommentar und Interpretation herausgegeben von Hannelore Schlaffer. Rainer Wunderlich Verlag Hermann Leins Tübingen, 1980. Gr.-8°, Ln. mit durchsichtigem Acetat-OU, eine Ecke leicht gestaucht, sonst gutes Exemplar, 375 mit zahlreichen Abb., Bestellnr: 31076, Preis: 22,50 EUR – Sonderausgabe für die Baden-Württembergische Bank.

Hebel, Johann Peter: Das Gute Wort des Christlichen Hausfreundes aus dem Markgräflerland. Text-Auswahl von Friedrich Seebaß. 1.-10. Taus., Karl Robert Langewiesche Verlag Königstein im Taunus, 1951. 8°, Ln., Rücken- und Deckelvergoldung, Frakturschrift, 287 S., Bestellnr: 2591, Preis: 10,00 EUR

Hebel, Johann Peter: Der kluge Richter und andere Geschichten. Illustrationen von Hanns Georgi. Zusammengestellt und mit einem Nachwort versehen von Hubert Witt. 3. Aufl., Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1973. 8°, Ln. mit OU, OU und Papier qualitätsbedingt gebräunt, sonst gutes Exemplar, 397 S., Bestellnr: 41278, Preis: 11,00 EUR

Hebel, Johann Peter: Erzählungen und Briefe. Bearbeitet von Helmuth Rabanus. 1.-5. Taus., Bitter Verlag Recklinghausen, 1950. 8°, Ln., Dünndruckpapier, 535 S.,  Bestellnr: 11140, Preis: 11,50 EUR

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Anmerkungen