Texte zum Stichwort ‘Zigeuner’

Lesegarten: Lustig ist das Zigeunerleben???

August 2017

Die Darstellung der Minderheit der Sinti und Roma in der Literatur spiegelt unseren Umgang mit ihnen und unser Selbstverständnis wider. Neben Texten des 19. Jahrhunderts, die Sinti und Roma teils romantisierend, teils ablehnend darstellen, kommt auch die Schrifstellerin  Jo Mihaly zu Wort und Wolfdietrich Schnurres Erzählung „Jenö war mein  Freund“. Auch Michail Krausnicks Lebensbeschreibung der Angela Reinhardt „Auf Wiedersehen im Himmel“ wird vorgestellt sowie die Schriftstellerin Mariella Mehr, selbst eine „Jenische“. Programmzusammenstellung: Monika Lange-Tetzlaff.

Der Eintritt ist frei!  Anmeldung nicht erforderlich.

Termin: Samstag, 02.09.2017Ort: Garten der Weinstube „Schellenturm“, Ecke Wagner- und Weberstraße im Bohnenviertel (Stuttgart-Mitte). Beginn: 14:45 Uhr, Ende gegen 15:45 Uhr.

Das Projekt „Lesegarten“ findet diesen Sommer bereits zum 6. Mal statt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Es  soll auf zwanglose Art und Weise Lust aufs Buch machen und zum Lesen anregen. Mit diesem Termin endet der Lesegarten 2017. Wir danken dem Team des „Schellenturms“ für seine Gastlichkeit!

c: panthermedia.net/algolonline

Eventuelle Rückfragen bitte an Buch & Plakat, Tel. 0711 13497860 oder kontakt@buch-plakat.de

 

Jo Mihàly

Juni 2010

Scherenschnitt aus "Ballade vom Elend"

Jo Mihàly, die eigentlich Elfriede Kuhr heißt, gehört zu den vergessenen Künstler- und Schriftstellerinnen, die während des Nationalsozialismus emigrieren mussten und die heute kaum noch jemand kennt.

 Jo Mihàly wählte ihren Künstlernamen ganz bewusst: sie erlebte als Kind die Diffamierung der Sinti und Roma, damals Zigeuner genannt, und gab sich aus Sympathie für diese Minderheit das Pseudonym, das aus dem Ungarischen stammt.

Elfriede Kuhr wurde am 25.04.1902 in Schneidemühl (Posen) geboren und wuchs behütet auf bis der Erste Weltkrieg auch ihre kleine Welt zerstörte. Wie viele andere auch wurde Jo Mihaly durch den Krieg politisiert und setzte sich ungewöhnliche Ziele. Sie wollte Tänzerin werden und wurde schließlich Ausdruckstänzerin. Ihre Tänze hießen z. B. „Mütter“ oder „Das Antlitz des Krieges“. Aber sie hatte verschiedene Talente, die sie zu nutzen verstand. Ihre Erfahrungen auf der Landstraße und mit dem Vagabundenleben fasste sie in der „Ballade vom Elend“, einem Gedicht zusammen, das sie mit eigenen Scherenschnitten illustrierte. Sie veröffentlichte weitere Gedichte in Gregor Gogs Vagabundenzeitschrift „Der Kunde“. (mehr …)