Thema ‘Allgemein’

Jetzt neu erschienen: Stuttgarter NS-Täter in 3. erweiterter Auflage (Vom Mitläufer bis zum Massenmörder)

Oktober 2021

Cover der 3. Auflage

Die NS-Zeit ist zwar Vergangenheit, aber dennoch nicht abgeschlossen. Zwei neue Kapitel in diesem lesenswerten Buch machen dies noch einmal besonders deutlich. Das eine Kapitel befasst sich mit der Firma Porsche, die ihren jüdischen Gesellschafter Adolf Rosenberger aus der Firma hinausdrängte. Eine angemessene Entschädigung gab es auch nach dem Krieg nicht.

Das zweite, neu hinzugekommene Kapitel erzählt von bedrückenden Schicksal des Shoah-Überlebenden Shmuel Danziger, der 1946 bei einer Razzia im Displaced Persons Lager in der oberen Reinsburgstraße von der Stuttgarter Polizei grundlos erschossen wurde.  Er wurde ein Opfer von Antisemitismus und Fremdenhass, Probleme, die uns heute immer noch beschäftigen.

Auch das Vorwort des Buches ist ergänzt wurden und berichtet von den Schwierigkeiten, denen Autoren/-innen und Verlag ausgesetzt sind bzw. waren. Es ist ein wichtiges und lesenswertes Buch, auch für diejenigen, die die ersten beiden Auflagen bereits kennen.

Das Buch ist von Hermann G. Abmayr herausgegeben und im Stuttgarter Schmetterling Verlag erschienen. Gerne können Sie das Buch bei uns bestellen. Es kostet 24,80 EUR (gebundener Ladenpreis) zuzügl. 2,00 EUR Versandkosten (Abholung kann vereinbart werden). (mehr …)

Spuren jüdischen Lebens rund ums Stuttgarter Rathaus – ein Stadtspaziergang

Oktober 2021

Dieser Stadtspaziergang ist ausgebucht!

Im 19. Jahrhundert entstand in Stuttgart wieder eine jüdische Gemeinde. Dies trug nachhaltig zur Entwicklung in Württemberg bei: ökonomisch, kulturell und sozialpolitisch. Obwohl der Anteil der jüdischen Bevölkerung nie mehr als ein Prozent der Gesamtbevölkerung betrug und sie einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leistete, schlug den jüdischen Mitbürger/-innen eine starke Ablehnung entgegen.

Beschneidung

Dieser Stadtspaziergang zwischen Stiftskirche und Wilhelmsbau folgt den Spuren dieses Wirkens und macht Vergessenes wieder lebendig. Den Spaziergang leitet Robert Tetzlaff.

Termin: Samstag, 16.10.2021 – 15 Uhr – Treffpunkt: vor dem Haupteingang der Stiftskirche – Dauer: ca.  2,0 bis 2,5 Stunden

Teilnehmerbeitrag: 10 EUR/Person (zahlbar bar vor Ort) Für Inhaber/-innen der BonusCard+Kultur stehen zwei Freikarten zur Verfügung (bitte bei der Anmeldung angeben!)

Eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung beim Veranstalter Buch & Plakat (Tel. 0711 24 62 38 bzw. E-Mail: kontakt@buch-plakat.de) möglich (begrenzte Teilnehmerzahl).

Der Stadtspaziergang ist Teil der Veranstaltungsreihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.  

 

 

 

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1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Dreh Dich nicht um, der Golem geht um!

September 2021

Die Veranstaltung setzt sich mit der literarischen Rezeption der jüdischen Sage vom Golem auseinander. Ausgehend von der berühmten Prager Sage um Rabbi Löw und Gustav Meyrinks Roman werden auch unbekanntere Bearbeitungen des Stoffs vorgestellt, z. B. von E.T.A. Hoffmann und Paul Celan. Die literarischen Texte liest die Schauspielerin Barbara Stoll, die Rahmentexte sprechen Monika Lange-Tetzlaff und Robert Tetzlaff. Textzusammenstellung: Monika Lange-Tetzlaff M.A..

Diese Veranstaltung wird vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert und ist Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Termin: 09.10.2021 – 15 Uhr, Ort: Saal des Bischof-Moser-Hauses, Wagnerstr. 45, 70182 Stuttgart (Bohnenviertel)

Eintritt frei! Es gelten die zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Corona-Regeln.

Anmeldung beim Veranstalter Buch & Plakat erforderlich. Informationen und Anmeldung unter Tel: 0711 24 62 38 oder E-Mail:

kontakt@buch-plakat.de

 

 

Auf den Spuren jüdischen Lebens rund ums Hospitalviertel – ein Stadtsapziergang

August 2021

Vor der Synagoge

Nach dem Verbot einer Ansiedlung in Stuttgart Ende des 15. Jahrhunderts konnten sich jüdische Familien erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts wieder in Stuttgart niederlassen. Es entwickelte sich eine prosperierende jüdische Gemeinde, die viel zum wirtschaftlichen Erfolg der Stadt beitrug und an der Entwicklung der Stadt einen regen Anteil hatte.

Auch wenn durch Shoah und Bombenkrieg viele Spuren des ehemaligen jüdischen Lebens vernichtet wurden, findet man doch immer wieder Erinnerungen an die zerstörte Kultur. Im Mittelpunkt dieses Stadtspaziergangs steht das Hospitalviertel, wo sich die Synagoge befindet und der jüdische Teil des Hoppenlau-Friedhofs. Männer bitte Kopfbedeckung mitbringen! Den Stadtspaziergang leitet Robert Tetzlaff.

Termin: Samstag, 18.09.2021 – 15 Uhr. Treffpunkt: Seiteneingang des Hoppenlau-Friedhofs bei der „Alten Reithalle“. Dauer: ca. 2 bis 2,5 Stunden. Teilnahmebeitrag: 10,00 EUR/Person (zahlbar in bar vor Ort). Für Inhaber*innen der BonusCard Kultur stehen zwei Freikarten zur Verfügung. Bitte bei der Anmeldung angeben!

Eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung bei Buch & Plakat möglich: Telefon: 0711 24 62 38 oder per E-Mail: kontakt@buch-plakate.de

Es gelten die am Veranstaltungstag gültigen Coronoregeln.

Die Leonhardsvorstadt – ein Stadtspaziergang

August 2021

Blick auf die Leonhardskirche

Bereits Ende des 14. Jahrhunderts entstand als erste geplante Stuttgarter Stadterweiterung die Leonhardsvorstadt. Sie ist der einzig erhaltene Rest des mittelalterlichen Stuttgarts und umfasst das heutige Bohnenviertel und das Leonhardsviertel. Beide Quartiere haben heute trotz der gemeinsamen Herkunft einen völlig unterschiedlichen Charakter, der von berüchtigt bis beschaulich/romantisch reicht. Doch gerade diese Mischung hat ihren besonderen Reiz.

Beide Viertel sind heute durch das Züblin-Parkhaus getrennt. Ein Verein bemüht sich darum, die beiden heute separaten Teile nach dem Abriss des Parkhauses wieder zu einer Einheit werden zu lassen.

Der Stadtspaziergang startet am Haupteingang der Leonhardskirche und wird von Robert Tetzlaff geleitet.

Termin: Freitag, 20.08.2021 – 16 Uhr. Treffpunkt: vor dem Haupteingang der Leonhardskirche (Stadtbahnhaltestelle „Rathaus“). Dauer: ca. 2,5 Stunden. Teilnahmegebühr: 10 EUR/Person (zahlbar bar vor Ort). Eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung beim Veranstalter Buch & Plakat, Telefon: 0711 24 62 38 bzw. E-Mail: kontakt@buch-plakat möglich.

Im Rahmen von „Kultur für Alle“ werden zwei Freikarten für Inhaber/-innen der BonusCard + Kultur zur Verfügung gestellt (bitte bei der Anmeldung angeben).

Bitte an bequeme Schuhe denken und an die Einhaltung der aktuellen Corona-Bestimmungen!

Esther Bejarano: eine mutige Kämpferin gegen den Faschismus ist tot!

August 2021

Am 10. Juli 2021 verstummte die mutige Kämpferin und Shoah-Überlebende, Esther Bejarano im Alter von 96 Jahren für immer. Sie wird uns fehlen und es wird schwer werden, diese Lücke zu füllen. Sie kämpfte gegen Unrecht an, wo immer und in welcher Form es auftrat. Ein wichtiges Anliegen der letzte Jahre war ihr, dass der 8. Mai zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges als Tag der Befreiung, nicht als Tag der Niederlage begangen wird und zwar in Form eines Feiertags. Diesem Wunsch sollten wir Nachdruck verleihen, denn es wäre ein Zeichen, dass in unserer Gesellschaft ein Umdenken begonnen hat, das dringend notwendig ist.

Esther Bejarano sprach als Zeitzeugin und Mahnerin auch immer wieder vor Schulklassen und stellte dabei fest:

«Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.»

In ihren Erinnerungen (17,- EUR) beschreibt sie ihr ereignisreiches Leben, von ihrer Kindheit über ihre schreckliche Zeit in Auschwitz, ihren Aufenthalt in Palästina bis hin zu ihren Auftritten mit der Rap-Band Microphon Mafia. Es ist ein Buch, das betroffen macht und zugleich auch Mut! Von einer anderen Seite zeigt sich Esther Bejarano in dem Gedichtband „Gedichte und Gerichte“, der Gedichte von Esther Bejarano und von ihren Freunden vereint sowie Rezepte zum Nachkochen (20,- EUR).

Wer sich besonders für das Mädchenorchester in Auschwitz interessiert, dem sei das Buch von Fania Fénelon: „Das Mädchenorchester von Auschwitz“ empfohlen (10,- EUR).

Alle genannten Titel können Sie bei uns bestellen (zuzügl. 2,- EUR Versandkosten im Inland).

Unsere Angebote im Juli 2021

Juni 2021

Verstummte Stimmen – Stuttgarter Theater im Nationalsozialismus

Auch wenn heute kaum jemand mehr darüber spricht, wurden auch am Stuttgarter Staatstheater jüdische Künstler/-innen ein Opfer der nationalsozialistischen Rassepolitik. Dies betraf sowohl Solisten als auch Chormitglieder, Sänger-/innen, Tänzer/-innen wie Suse Rosen, Schauspieler wie Fritz Wisten oder Regisseure wie Harry Stangenberg.

Von der nationalsozialistischen Rassepolitik waren natürlich auch Künstler an anderen Theatern betroffen wie z. B. Claudius Kraushaar, der ehemalige Intendant des Theaters in der Kleinen Königstraße. Aber auch aus politischen Gründen erhielten Künstler/-innen ein Wirkungsverbot. Der gesamte Kultur- und Bildungsbereich unterlag wie andere Lebensbereiche der faschistischen Politik und wurde systematisch geknebelt.

Obwohl heute Gedenktafeln und Stolpersteine an einige der verfolgten Künstler/-innen erinnern, sind sie heute doch weitgehendst vergessen. Mit dieser Veranstaltung wollen wir an sie und ihr Wirken erinnern und dem Vergessen entgegentreten. Manches aus ihrem Schaffen hat auch die Nachkriegszeit geprägt ohne dass dies wahrgenommen wurde.

Zeitdokumente und literarische Texte aus der Zeit , von der Schauspielerin Barbara Stoll gesprochen, runden die Veranstaltung ab.

Textzusammenstellung: Monika Lange-Tetzlaff unter Mitarbeit von Robert Tetzlaff.

Termin: Freitag, 02.07.2021 – 19 Uhr, Veranstaltungsort: Bürgerräume Stuttgart West, Otto Herbert Hajek-Saal, Bebelstr. 22, 70193 StuttgartDer Eintritt ist frei!

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg e.V. statt. Bitte melden Sie sich an, wenn Sie teilnehmen möchten. Anmeldung und Information bei: Buch & Plakat, Telefon: 0711 24 62 38 oder E-Mail: kontakt@buch-plakat.de

Im Moment ist für eine Teilnahme noch ein tagesaktueller Test, eine vollständige Impfung oder ein Nachweis, dass man genesen ist, notwendig. Das kann sich bei sinkenden Inzidenzen jedoch noch lockern. Bitte achten Sie auf Hinweise in der Presse.

Im Juli bieten wir Ihnen auch zwei Stadtspaziergänge an:

Samstag, 03.07.2021 – 15 Uhr: Die Gänsheide und ihre Villen. Treffpunkt: Stadtbahn-Haltestelle „Bubenbad“ in der Anlage. Dauer: Ca. 2 – 2,5 Stunden. Teilnehmerbeitrag: 10 EUR/Person (zahlbar vor Ort)

Samstag, 24.07.2021 – 15 Uhr: Der Hoppenlau-Friedhof. Treffpunkt: Eingang beim Max-Kade-Haus in der Holzgartenstraße. Dauer: Ca. 2 Stunden. Teilnehmerbeitrag: 10 EUR/Person (zahlbar vor Ort)

Auf dem Hoppenlau-Friedhof

Beide Stadtspaziergänge leitet Robert Tetzlaff.

Bitte melden Sie sich an, wenn Sie teilnehmen möchten. Anmeldung und Information bei: Buch & Plakat, Telefon:0711 24 62 38 oder E-Mail: kontakt@buch-plakat.de

Im Rahmen von „Kultur für Alle“ werden von uns zwei Freikarten für Inhaber/-innen der BonusCard + Kultur zur Verfügung gestellt. Bitte geben Sie dies bei der Anmeldung an!

Bitte denken Sie an bequeme Schuhe und eventuell auch an Sonnenschutz und/oder ein Getränk.

 

 

Unsere Veranstaltungen im Juni 2021

Mai 2021

Wir freuen uns über die Lockerungen und können  nun wieder Veranstaltungen und Stadtspaziergänge durchführen, wenn auch mit Auflagen. Für alle Veranstaltungen gilt, dass eine Anmeldung bei uns (Buch & Plakat) zwingend erforderlich ist. Stand 29.05.2021 können an den Stadtspaziergängen nur max. 5 Personen aus 2 Haushalten teilnehmen. Außerdem können Personen, die vollständig geimpft (2 Impfungen plus 14 Tage Karenzzeit) oder genesen sind teilnehmen. Bitte einen Nachweis mitbringen!

Am Samstag, 12. Juni 2021 um 15 Uhr steht der Stadtspaziergang“Der Hoppenlau-Friedhof“ auf dem Programm.

Auf dem Hoppenlau-Friedhof

Der Hoppenlau-Friedhof

Der Hoppenlau-Friedhof zählt zu den schönsten und interessantesten Friedhöfen in Stuttgart. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie z. B. der Dichter Gustav Schwab oder die Scherenschneiderin Luise Duttenhofer haben dort ihre letzte Ruhe gefunden. Weniger bekannt ist, dass auch ein Israelitischer Friedhofsteil dazu gehört. Die Führung leitet Robert Tetzlaff.

Männer bitte Kopfbedeckung mitbringen! Bitte beachten Sie, dass u. U. Teile des Friedhofs wegen Restaurierungsarbeiten nicht besucht werden können. Begrenzte Teilnehmerzahl!

Treffpunkt: 15 Uhr beim Eingang beim Max-Kade-Haus in der Holzgartenstraße,  70174 Stuttgart. Teilnehmerbeitrag: 10,-EUR/Person (zahlbar vor Ort). Im Rahmen von „Kultur für Alle“ werden zwei Freikarten für Inhaber/-innen der BonusCard + Kultur zur Verfügung gestellt.

Endlich kann auch unsere erste Veranstaltung im Rahmen des Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“  stattfinden:

Sonntag, 13. Juni 2021 – 15 Uhr: Die Kaullas: von Madame Kaulla bis zur Frauenrechtlerin Anna Ettlinger

Madame Kaulla

Die erste Veranstaltung „Die Kaullas – von Madame Kaulla bis zur Frauenrechtlerin Anna Ettlinger“ stellt die Familie Kaulla in den Mittelpunkt, die ein wirtschaftlicher Motor für die Entwicklung von Württemberg, insbesondere von Stuttgart, war. 1802 wurde das erste Stuttgarter Bankhaus von den Geschwistern Kaulla gegründet. Weitläufig verwandt mit der Familie Kaulla war auch die Frauenrechtlerin Anna Ettlinger, die ein selbstbestimmtes Leben für Frauen forderte, was damals ein ungeheures Ansinnen war.  Umrahmt werden soll die Veranstaltung mit Gedichten und Prosatexten aus der Zeit der Kaullas. Nicht verschwiegen wird, dass eine Nachfahrin dieser Familie, nämlich Margarete von Kaulla 1942 nach Ravensbrück deportiert und dort ermordet wurde. Die literarischen Texte aus der Zeit und die Zeitzeugenberichte liest die Schauspielerin Barbara Stoll.

Geänderter Veranstaltungsort: Leonhardskirche am Leonhardsplatz, Stuttgart – Mitte, Haltestelle „Rathaus“.

Der Eintritt ist frei! Anmeldung zwingend erforderlich!

Gleich eine Woche später, am Sonntag, 20.06.2021 – 15 Uhr findet die zweite Veranstaltung dieser Reihe statt:

Alles koscher!?

Gerhard Polacek
Foto: Eric Danzinger

Diese Veranstaltung befasst sich mit dem jüdischen Humor in Form von Witzen und Anekdoten, die der österreichische Schauspieler Gerhard Polacek präsentieren wird.

Der jüdische Humor ist oft eine Kritik an Verhaltensmustern der Mitmenschen und fast immer auch eine Verteidigung der Menschlichkeit gegen jede Ideologie, Gewalt und Engstirnigkeit. Damit unterscheidet er sich grundlegend von sogenannten „Stammtischwitzen“. Die Auseinandersetzung mit dem jüdischen Witz macht deutlich, dass Humor und Lachen nicht auf Kosten anderer gehen muss, sondern durchaus auch Selbstkritik sein kann. Umgekehrt soll durch die Beschäftigung mit dem jüdischen Humor auch deutlich gemacht werden, wie verletztend  und plumb die üblichen Witze oft sind. Angesprochen werden Personen, die sich für jüdische Literatur, hier speziell für Autoren wie z. B. Scholem Alejchem interessieren und Personen, die sich mit Fragen des Humors und seiner Wirkungsweise auseinandersetzen.

Veranstaltungsort: Bischof-Moser-Haus, Wagner-Str. 45, 70182 Stuttgart – Der Eintritt ist frei! Anmeldung zwingend erforderlich!

Beide Veranstaltungen werden vom Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert! Herzlichen Dank dafür! Für alle Veranstaltungen gilt:

Bitte beim Veranstalter unter Angabe einer Telefonnummer, unter der Sie auch kurzfristig erreichbar sind, anmelden: Buch & Plakat, Tel. (0711) 24 62 38 oder E-Mail: kontakt@buch-plakat.de und denken Sie bitte an eine medizinische Maske.

 

150 Jahre Pariser Commune

April 2021

Ganz aktuell: Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg und der DGB Stadtverband Stuttgart zeigen im Willi-Bleicher-Haus (Bambussalon) bis zum 31.07.2021 eine Ausstellung zur Pariser Commune, die kostenlos und mit Abstand während der Öffnungszeiten des Willi-Bleicher-Hauses besichtigt werden kann oder online: https://bw.rosalux.de/fileadmin/ls_bw/dokumente/Ausstellung_150_Jahre_Pariser_Commune.pdf

Am 18. März 1871 wurde in Paris die Commune ausgerufen, ein Meilenstein der demokratischne Bewegung. Die Pariser Commune war die erste Arbeiterregierung überhaupt. Möglich war dies geworden, weil in Frankreich damals ein Machtvakuum herrschte: der Deutsch-Französische Krieg war noch nicht durch einen Friedensschluss beendet, lediglich ein Waffenstillstand war vereinbart worden. Seit Anfang Oktober 1870 wurde immer nachdrücklicher die Forderung nach Errichtung einer Commune laut. Die Massen erhofften sich durch die Commune eine deutliche Verbesserung ihrer sozialen Lage und das Ende der Bedrohung durch die preußisch-deutschen Truppen. Zunächst gelingt es dem französischen Präsidenten Trochu sich an der Macht zu halten, wenn auch z. T. mit unlauteren Mitteln. Bis Ende Januar 1871 starben in Paris über 32.000 Einwohner*innen auf Grund der miserablen Versorgungslage. Anfang Februar erschien an den Litfasssäulen ein rotes Plakat, dessen letzte Forderung lautete:

Allgemeine Requisition, unentgeltliche Lebensmittelverteilung, Massenangriff! Das Urteil über die Strategie und Verwaltung vom 4. September, Erbe des Kaiserreiches, ist gefällt. Platz dem Volk! Platz der Commune!“

Die Stimmung wurde durch die Preußisch-deutschen Truppen Anfang März angeheizt, die mit 30.000 Soldaten die Champs-Elysées in siegerposse entlang marschierten. Die Notlage der einfachen leute verschärfte sich durch die von der Regierung verfügte Aufhebung der Mietstundung und durch die Einstellung der Besoldung der Nationalgarde. Die Mehrheit der Nationalgarde setzte die Wahl eines Zentralkomitees durch, aus dem sich rasch das Führungsorgan der Linken entwickelte. Der Versuch der Armee, die Kanonen der Nationalgarde am 18. März 1871 im Schutz der Dunkelheit zu stehlen, scheiterte an der Wachsamkeit der Bevölkerung.

Militärische Bekleidungen der Communarden*innen
Quelle: Wikipedia

Die Commune führte eine ganze Reihe wichtiger Neuerungen ein. Darunter

  • Die Commune vollzog die Trennung von Staat und Kirche
  • machte die Schulen für Kinder aller Schichten zugänglich
  • verkürzte die Arbeitszeit von 16 auf 10 Stunden
  • stellte leerstehende Gebäude Obadchlosen zur Verfügung
  • gab den Frauen das Recht auf Arbeit und auf gleichen Lohn
  • Verbot der Nachtarbeit für Bäckergesellen
  • Verbot von Geldstrafen und Lohnabzügen

Auch im Ausland wurde die Ereignisse um die Commune aufmerksam zur Kenntnis genommen. So kam es u.a. im April 1871 zu einer Solidaritätskundgebung Londoner Arbeiter im Hyde Park. Natürlich blieb auch die Gegenseite nicht untätig. Bereits wenige Tage nach Proklamation der Commune wurde in Versailles eine Armee zur Bekämpfung der Communarden aufgestellt. Auch von Preußen freigelassene französische Kriegsgefangene wurden hier als Soldaten eingesetzt. Anfang April begann der blutige Zug der Versailler gegen die Commune.  Es gelang ihnen, die Verbindungswege zwischen Paris und der Provinz, die für die Versorgung der Hauptstadt wichtig war, zu kappen. Auch wenn die Communarden viele militärische Auseinandersetzungen gewinnen konnten, blieben am Ende die Versailler, nicht zuletzt durch die ausländische Unterstützung, die Sieger. Bereits nach wenigen Wochen kam das Ende der ersten Arbeiterrepublik: am 28. Mai 1871 wurde die Commune militärisch niedergeschlagen und die letzten 160 Communarden an der Mauer des Friedhofs ‚Père Lachaise‘ erschossen.

Doch der Gedanke einer demokratischen und sozialen Republik ließ sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Ihr folgten nach dem ersten Weltkrieg zahlreiche Versuche, eine Räterepublik aufzubauen.

Sie finden bei uns auch Literatur über die die Pariser Commune: (mehr …)

Corona und kein Ende: Terminverschiebungen

März 2021

Unsere Hoffnungen auf einen raschen und breiten Impfstart und ein gelockertes Frühjahr sind nun erst mal hinfällig:

Fest steht: bis mindestens 18. April (und vermutlich noch länger) können leider keine Veranstaltungen und Stadtspaziergänge stattfinden. Das heißt konkret:

Unser Büchertisch im Foyer des Willi-Bleicher-Hauses anlässlich der Ausstellung über Rosa-Luxemburg ist vorerst eingestellt. Wir hoffen natürlich, dass wir ihn nach dem 18. April wieder aufnehmen können.

Der Stadtspaziergang am 20.03.2021 „Spuren jüdischen Lebens rund ums Hospitalviertel“  fällt aus, ebenso am 10.04.2021  „Spuren jüdischen Lebens rund ums Stuttgarter Rathaus“. Ob am 24.04.2021 der Stadtspaziergang „Jüdische ‚Displaced Persons‘ im Stuttgarter Westen“ durchgeführt weden kann, ist sehr fraglich. Anmeldungen dafür nehmen wir aber entegen.

Unsere Veranstaltung „Die Kaullas – von Madame Kaulla bis zur Frauenrechtlerin Anna Ettlinger“ (geplant für 28.03.2021) mit der Schauspielerin Barbara Stoll am 28.03.2021 muss leider auf Sonntag, 13.06.2021  – 17 Uhr verschoben werden. Wir hoffen, dass wir diesen Termin halten können.

Auch unsere Veranstaltung „Verstummte Stimmen“, die wir in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung durchführen, haben wir inzwischen verschoben. Sie soll nun am Freitag, 02.07.2021 um 19 Uhr im Bürgerzentrum West stattfinden.

Bleiben Sie gesund!